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Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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Bundesverfassungsgericht und Krisenpolitik der EZB – Literaturhinweise

“Am 11. und 12. Juni 2013 hat das Bundesverfassungsgericht Experten zur Krisenpolitik der EZB angehört. Dabei ging es um die Frage, ob oder inwieweit die EZB durch das Outright-Monetary-Transactions-Programm (OMT) Kompetenzen beansprucht, die ihr nicht übertragen worden sind.” (Kai A. Konrad, Clemens Fuest, Harald Uhlig, Marcel Fratzscher, Hans-Werner Sinn : Bundesverfassungsgericht und Krisenpolitik der EZB – Stellungnahmen der Ökonomen. – Zeitgespräch des Wirtschaftsdienst 7/2013)

Lockere Zins- und Geldpolitik in der Eurozone

“Mit dem Frühjahr 2013 verband sich die Hoffnung, dass sich die schwache Konjunktur im Eurogebiet erholen könnte. Die neuesten Trends lassen aber keine nennenswerte Entspannung der Situation erkennen. Angesichts dieser Entwicklung und der nach wie vor prekären Lage der südlichen Mitgliedstaaten des Eurogebiets wurde der Ruf nach einer Zinssenkung in Europa wieder lauter. Die EZB hat am 2. Mai reagiert und die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf den historischen Tiefstand von 0,5% abgesenkt.” (Bernd Hayo: EZB-Leitzins auf historischem Tief: richtig, aber wenig wirkungsvoll, In: Leitartikel des Wirtschaftsdienst 5/2013)

Die Zukunft der Zentralbankpolitik: Inflationsziele versus Stabilisierung des Finanzsektors

Selected for the Global Economic Symposium 2012

“The global financial crisis 2008-2009 led to a profound rethinking of the pre-crisis monetary policy consensus. Since the great moderation until the year 2007, there was a remarkable convergence of monetary theory and monetary policy at central banks all over the world. This consensus can be summarized as „flexible inflation targeting“.

Most monetary economists agreed until the crisis that focusing on price stability and the stabilizing the output gap is a sufficient and appropriate mandate for conducting monetary policy. In particular, the consensus claimed that this mandate automatically leads to financial stability and that this framework appropriately deals with cross-border capital flows serving as transmission channel. The global financial crisis showed that this consensus is now seen as increasingly inadequate and insufficient.

Die Zentralbankgeld-Wirtschaft

“Die Notenbanken haben weltweit mit einer Ausweitung ihrer Bilanzen auf das Scheitern der Kreditwirtschaft in der Finanz- und Schuldenkrise reagiert. Allerdings bleibt offen, wie sie in ein tragbares Regime der traditionellen Geld- und Kreditabsicherungsbeziehungen zurückgelangen können. Das Vertrauen in das internationale Finanzsystem könnte wiederhergestellt werden, wenn ein neuer Standard für ein globales Geldsystem entstehen würde. Das könnte die chinesische Währung, die an Gold oder einen Rohstoffkorb gebunden ist, sein.” (Dr. Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe, Analysen und Berichte, Wirtschaftsdienst 4/2012)

Lesen Sie weiter im Leitartikel des Wirtschaftsdienst 4/2012

Europäische Wirtschaftsregierung

Bei der “europäischen Wirtschaftsregierung” handelt es sich um ein Schlagwort, das je nach Kontext unterschiedliche Bedeutungen annehmen kann. In der Diskussion über den Vertrag von Maastricht 1992 bezog es sich meist auf die Frage nach der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank: Während in Deutschland die Bundesbank von jedem politischen Zugriff ferngehalten worden und lediglich dem Ziel der Preisstabilität verpflichtet war, hatten in Frankreich und anderen europäischen Ländern die Notenbanken der Kontrolle der Regierung unterstanden und waren auch zu deren wirtschaftspolitischen Zielen herangezogen worden. In den Verhandlungen zur EWWU setzte sich der stabilitätsorientierte deutsche Ansatz durch; dennoch blieb die Forderung nach einer europäischen Wirtschaftsregierung auch später erhalten. Traditionell wird sie vor allem von der französischen Regierung gefordert, von Deutschland dagegen abgelehnt.
(Auszug aus Wikipedia, Zugriff: 16.09.2011)

Zentralbank-Kommunikation

Geldpolitische Entscheidungen und insbesondere Zinsbeschlüsse der US-Notenbank werden nach der Sitzung des Federal Open Market Committees (FOMC) gewöhnlich als Pressemitteilung an die Öffentlichkeit weitergegeben. Grund für diese vorsichtige Kommunikationsform ist die Tatsache, dass Erklärungen der Fed globale Einflüsse haben können.

Nun hat das FOMC erstmals in seiner Geschichte einen offensiveren Kommunikationskanal gewählt und eine Pressekonferenz gegeben, auf der die zuvor getroffene Entscheidung über die geldpolitische Ausrichtung der nächsten Monate erläutert wurde.

Trichet-Nachfolge – Mario Draghi als neuer EZB-Präsident?!

Ende dieses Jahres endet die Amtszeit von Jean-Claude Trichet als Präsident der Europäischen Zentralbank. Nach dem Abgang des Bundesbankpräsidenten Axel Weber und dem damit verbundenen Ausscheiden aus der Riege der möglichen Nachfolgekandidaten, verdichten sich die Anzeichen, dass der Präsident der Italienischen Notenbank, Mario Draghi, neuer Chef der EZB werden wird.

Neue Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB)?

Im Zuge der Griechenlandkrise hat die EZB zu unkonventionellen Maßnahmen gegriffen: Sie akzeptiert Wertpapiere mit geringem Qualitätsniveau als Sicherheiten und kauft Staatsanleihen. Dies lässt befürchten, dass die EZB weiter Reputation verliert und Moral-Hazard-Probleme entstehen. Die Liquiditätssteuerung während der Krise war eine große Herausforderung für die Zentralbanken, die möglicherweise die Bedeutung der externen Kommunikation unterschätzen. Der liberalisierte Ordnungsrahmen für die Finanzmärkte hat es ihnen allerdings schwerer gemacht hat, eine wirksame Geldpolitik zu betreiben.

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