Wiwi-Werkbank

Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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Grenzen der Steueroptimierung für multinationale Unternehmen in Deutschland – Zinsschranke und Verrechnungspreise

Multinationale Unternehmen wie Google, Apple und IKEA werden in den Medien wegen ihrer Konzernstrukturen kritisiert. Die teils komplexen Firmengeflechte scheinen nichts mit Standortentscheidungen im Rahmen der Produktvermarktung zu tun zu haben, sondern dem Ziel der Steuersenkung zu dienen. Mit scherzhaft umschriebenen Konstruktionen wie „irish double in a dutch sandwich“ können Konzerne legal Steuerpflichten durch geschickte Nutzung verschiedener nationaler Steuergesetze unterlaufen. Das ist zwar legal, wirkt aber unmoralisch.
Mit zahlreichen Regeln zu Verrechnungspreisen und der „Zinsschranke“ werden den Unternehmen in Deutschland Grenzen gesetzt. Diese beiden Aspekte bilden den Schwerpunkt unserer Literaturliste.

Solidaritätszuschlag – abschaffen!?

“Es herrscht Wahlkampf und die FDP möchte sich wieder einmal als Steuersenkungspartei profilieren. Dieses Mal mit dem Thema Solidaritätszuschlag. Für seine Beibehaltung sprechen sich die CDU und die SPD aus…”  (Thomas Lenk : Solidaritätszuschlag: Bleibt erhalten!  In:  Wirtschaftsdienst 8/2013, S. 504)

Die nachfolgende Literaturzusammenstellung aus unserer Datenbank Econis thematisiert neben den Auswirkungen des Solidaritätszuschlages und auch grundlegende Probleme und Fragestellungen des bundesdeutschen Finanzausgleiches.

Besteuerung multinationaler Unternehmen

“Die Besteuerung multinationaler Unternehmen ist ein komplexes Thema, das normalerweise nur Spezialisten interessiert. Trotzdem ist es in den letzten Monaten in die Schlagzeilen geraten. In Großbritannien gab es öffentliche Proteste gegen die Firma Starbucks, die den Briten zwar seit vielen Jahren Kaffee (und Tee) verkauft, dort aber kaum Gewinne ausweist und entsprechend geringe Steuern zahlt.” (Clemens Fuest: Besteuerung multinationaler Unternehmen: keine Alleingänge! – Leitartikel des Wirtschaftsdienst 3/2013)

Umsatzsteuer: Bundesrechnungshof mahnt

“Der Bundesrechnungshof berichtet seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit über Missstände in der deutschen Umsatzbesteuerung. Sie betreffen unter anderem die unsystematische, teilweise groteske Abgrenzung von Umsätzen, die nur dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen (ein Beispiel für vieles: Prothesen, nicht aber Prothesenteile und -zubehör), Steuerbefreiungen der öffentlichen Hand auch dort, wo diese in Konkurrenz zu steuerpflichtigen Privatunternehmen tätig ist, die Begünstigung von Vereinen durch das ihnen faktisch eingeräumte Optionsrecht und die noch immer ungenügende Betrugsbekämpfung bei innergemeinschaftlichen Umsätzen.” (Gerold Krause-Junk: Umsatzsteuer: Bundesrechnungshof mahnt. – In: Wirtschaftsdienst, Heft 2/2013, S.68)

Grundlagenliteratur “Betriebliche Steuerlehre”

Mit unserer Serie “Grundlagenliteratur” bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine Liste mit Einstiegsliteratur aus dem Bestand der ZBW – der weltweit größten Spezialbibliothek für wirtschaftswissenschaftliche Publikationen – zu den verschiedenen Fachbereichen der BWL.

Kalte Progression

 
Die Opposition hat mit ihrer Mehrheit im Bundesrat die Pläne der Bundesregierung, die sogenannte “kalte Progression” über eine Steuerreform ab 2013 abzumildern, vorerst gestoppt.

Unter der kalten Progression, die auch als heimliche Steuererhöhung bezeichnet wird, versteht man den Effekt, dass Lohnerhöhungen im Rahmen des Inflationsausgleiches nicht zu einer Erhöhung des verfügbaren Einkommens führen, weil, bedingt durch den progressiven Steuertarif in Deutschland, gleichzeitig die Steuerlast steigt. Somit verbleibt kaufkraftbereinigt ein geringeres Einkommen als vor der Lohnerhöhung.

Intereconomics: The Financial Transaction Tax – Boon or Bane? (Forum)

Against the backdrop of the debate over the introduction of a financial transaction tax (FTT) in the European Union, this Intereconomics Forum is dedicated to the discussion of issues concerning the implementation and impact of such a tax on the financial sectors of the member states. With articles by D. Schäfer, D. Masciandaro, S. Schulmeister, J. Vella, F. Passarelli, R. Buckley

“The (financial transaction) tax will tend to reward longer-term investments over ultra-short-term trades and thus nudge markets towards better fulfilling their traditional roles and away from serving as financial casinos.” from Ross P. Buckley’s Forum article.

Lesen Sie alle Beiträge im Forum des Intereconomics, Issue 2, March/April 2012

Steuerabkommen mit der Schweiz

Das zentrale Ergebnis des paraphierten deutsch-schweizerischen Steuerabkommens kann sich sehen lassen: Deutsche Steuerpflichtige zahlen auf Kapitaleinkünfte ihrer Schweizer Konten zukünftig die gleichen Steuern, die sie auch auf in Deutschland anfallende Kapitaleinkünfte entrichten müssten. Insofern ist Neutralität und Gleichbehandlung hergestellt. Für eine Steuerflucht in die Schweiz gibt es keinen Grund mehr. Damit ist die aus deutscher Perspektive vielleicht wichtigste Steueroase trockengelegt.

Lesen Sie weiter im Kommentar des Wirtschaftsdienst 9/2011

Finanztransaktionssteuer

In Anbetracht immenser potentieller Steuereinnahmen ist die Debatte um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTS) erneut entbrannt. Ursprünglich waren die Steuereinnahmen nur ein netter “Nebeneffekt”, wurde die FTS doch vor allem als Instrument zur Reduktion der Volatilität am Finanzmarkt vorgeschlagen. Die Idee ist simpel: höhere Transaktionskosten begrenzen kurzfristige Spekulation und verringern daher das Handelsvolumen.

Lesen Sie weiter im Kommentar des Wirtschaftsdienst 9/2011

Steuersenkungspläne der Bundesregierung

Wegen der überraschend guten Konjunkturentwicklung sind die Steuereinnahmen in Deutschland höher als noch vor kurzem erwartet. Nun wird gefordert, die Mehreinnahmen für Steuersenkungen einzusetzen, die im Jahr 2013 in Kraft treten sollen. Es ist klar, dass diese Forderung unter anderem wahltaktische Hintergründe hat.

Lesen Sie weiter im Leitartikel des Wirtschaftsdienst 7/2011