Wiwi-Werkbank

Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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Familienpolitik

“200,3 Mrd. Euro wurden in Deutschland 2010 für ehe- und familienbezogene Leistungen ausgegeben, davon sind 125,5 Mrd. allein familienbezogen. Mit diesen Maßnahmen soll ein Ausgleich zwischen Familien und Kinderlosen sowie zwischen Familien mit unterschiedlicher Kinderzahl erreicht werden. Die 148 verschiedenen Leistungen werden vom Familienministerium in Familienlastenausgleich (52,9 Mrd. Euro), Familienförderung (55,4 Mrd.) und Sicherstellung des Grundbedarfs von Kindern (17,5 Mrd.) unterteilt.” (Notburga Ott : Familienpolitik: Etikettenschwindel. – Kommentar des Wirtschaftsdienst 7/2013)

Die Geburtenrate in Deutschland – Kinderkriegen wird immer unattraktiver

“Deutschland ist, sieht man von einigen Ausnahmen zu Zeiten der DDR ab, bereits seit Mitte der 1970er Jahre ein Niedrig-Fertilitäts-Land. Kleine Familien sind zur Normalität geworden, große Familien bilden die Ausnahme. Nach 40 Jahren Geburtentief ist anzunehmen, dass sich dieses Verhaltensmuster verfestigt hat. Das anhaltend niedrige Geburtenniveau ist mit der Ausbildung spezifischer Paritätsmuster, vor allem der Ausbreitung der Kinderlosigkeit und dem Entstehen sozialstruktureller Differenzierungen einhergegangen.” (Studie vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, S. 53).

Die nachfolgende Literaturübersicht greift die Ergebnisse dieser neuesten Studie zu den Ursachen einer niedrigen Geburtenrate in Deutschland auf und thematisiert die damit zusammenhängenden Problemkomplexe.

Betreuungsgeld

Bereits mit der Einführung des Kinderförderungsgesetzes (KiföG) wurde im Jahr 2008 beschlossen, dass Eltern, die für ihr Kind keine Kindertagesbetreuung nutzen, ab 2013 ein Geldtransfer zukommen soll. Schon damals stand fest, dass viele ökonomische Überlegungen gegen einen solchen Transfer sprechen. Heute wird wieder heftig über das sogenannte Betreuungsgeld gestritten.

Lesen Sie weiter im Kommentar des Wirtschaftsdienst 12/2011

Die Welt ist ungerecht gegenüber armen Schulkindern und häßlichen Menschen!

Wer heute (15.12.2011) in die Tageszeitung schaut, der findet dort die Studie der vodafone-Stiftung in der empirisch belegt wird, dass Schulkinder aus armen Haushalten generell schlechter benotet werden als Kinder aus wohlhabenden Familien.

Gehören arme Kinder in Entwicklungsländern zu den Globalisierungsgewinnern oder -verlierern?

Die Globalisierungskritik scheint momentan völlig verstummt zu sein. Offenbar hat das Thema Atomkraft alles verdrängt oder es hat sich in Deutschland rumgesprochen, dass wir aufgrund unserer Exportstärke zu den Globalisierungsgewinnern gehören und die deutsche Konjunktur brummt wie  lange nicht mehr. Bleibt noch der Einwand, dass Globalisierung die Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern ausbeutet.

Bildungsgutschein für Hartz-IV-Empfänger

Die Stoßrichtung des Vorschlags von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen – mehr in die Bildung von Kindern aus sozial schwachen Haushalten zu investieren – ist richtig. Die Bildungsforschung zeigt eindrücklich, dass in der heutigen Wissensgesellschaft individuelle Bildungsdefizite hohe soziale Kosten wie Arbeitslosigkeit, Armut oder gering qualifizierte Beschäftigung nach sich ziehen.

Lesen Sie weiter im Kommentar des Wirtschaftsdienst 2/2011

Kinderraten und Familienpolitik – Ein internationaler Vergleich

“In der Diskussion über sinkende Geburtenzahlen und steigende Erwerbstätigenquoten von Frauen rücken zunehmend die sozialstaatliche Steuerung und Organisation von Familien- und Erwerbsarbeit in den Fokus des politischen und wissenschaftlichen Interesses. Dabei verdeckt die traditionelle Annahme des Prinzips „Kinder oder Karriere“, welches eine Unvereinbarkeit zwischen Erwerbs- und Familienarbeit signalisiert, häufig einen komplexen, wohlfahrtsstaats-spezifischen Wirkungsmechanismus. Die Entscheidung von Paaren für oder gegen ein Kind wird immer innerhalb eines spezifischen familienpolitischen Dreiecks getroffen. Dieses setzt sich aus den wohlfahrtsstaatlichen familienpolitischen Maßnahmen, der weiblichen Erwerbsneigung/-tätigenquote und der Realisierung des Kinderwunsches zusammen” (Groß 2007).

Frühkindliche Bildungsinvestitionen – Humankapitalerwerb im Vorschulalter

Die öffentliche Diskussion um den von Sozialministerin Ursula von der Leyen vorgeschlagenen Bildungs-Chip und die seit Pisa sehr viel mehr in den Fokus gerückte Vorschulerziehung zeigen, dass inzwischen erkannt wurde, wie wichtig Investitionen in die Fähigkeiten von Kindern schon im Vorschulalter sind.

Mehr Kindergeld oder bessere Betreuung?

Das DIW plädiert in einer neuen Studie für den Ausbau der Kinderbetreuung statt einer Erhöhung des Kindergeldes, da dadurch gleich zwei Ziele auf einmal erreicht würden: die Erhöhung der Geburtenrate und die Erhöhung der Erwerbsbeteilungsquote von Frauen.

Auswirkungen des Elterngeldes in Deutschland

2. aktualisierte Fassung Juli 2012

Über keine andere familienpolitische Leistung ist in den letzten Jahren so heftig und kontrovers diskutiert worden, wie über das Elterngeld (eine Ausnahme ist vielleicht noch das Betreuungsgeld). 2007 eingeführt, wurde das Elterngeld von der politischen Hoffnung begleitet, die Geburtenrate in Deutschland deutlich zu steigern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – insbesondere durch eine gesteigerte Frauenerwerbstätigkeit – zu verbessern.

Nach fünf Jahren ist festzustellen, dass sich die Geburtenrate in Deutschland nicht signifikant verbessert hat. Es sollten aber keine voreiligen Schlüsse gezogen werden, wie bspw. von Volker Kauder (vgl. spiegel.de vom 06.07.12), denn „die Geburtenzahl sagt nichts über den Erfolg des Elterngeldes [aus]“ (Axel Börsch-Supan, faz.net vom 09.07.12). Neben dem Elterngeld beeinflussen noch eine Vielzahl an weiteren familienpolitischen Leistungen und Rahmenbedingungen die Entscheidung für oder gegen Kinder (siehe u. a. Haan 2010, Groß/Hardmeier 2009). Eine zentrale Rolle nimmt die Bereitstellungen einer ausreichenden Anzahl von Kinderbetreuungsplätzen ein.