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Ökonomische Ideengeschichte – Teil 3: Ronald Coase

Zu den profilierten Kritikern der traditionellen Wirtschaftstheorie gehört der britische Ökonom Ronald Coase, der im Dezember 2010 seinen einhundertsten Geburtstag feiern konnte und immer noch als Forscher aktiv ist. Er bezeichnet die herrschende Lehre als “blackboard economics”.

Mit seinen Aufsätzen zur Theorie der Transaktionskosten (“The nature of the firm”, 1937) und der Eigentumsrechte (“The problem of social cost”, 1960) trat Coase als Pionier der Neuen Institutionenökonomik hervor und erhielt 1991 den Wirtschafts-”Nobelpreis” der Schwedischen Reichsbank zugesprochen.

Inzwischen hat sich Coase der dynamischen chinesischen Wirtschaft zugewandt und plant eine Buchveröffentlichung zum Thema.

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Neue Institutionenökonomik in der Betriebswirtschaft

Dem Veröffentlichungs-Boom zur Neuen Institutionenökonomie wurde 2009 Rechnung getragen durch die erneute Verleihung des Preises für Wirtschaftswissenschaften der Schwedischen Reichsbank (“Wirtschaftsnobelpreis”) an zwei VertreterInnen dieser Forschungsrichtung (Oliver Williamson; Elinor Ostrom).

Wie die traditionelle Institutionenökonomik setzt auch der Neue Institutionalismus bei der Analyse von Regelsystemen in einer Gesellschaft an. Er ist jedoch im Gegensatz zum älteren Ansatz stärker formalisiert, und entspringt im Unterschied zu jenem der neoklassischen Modellwelt des homo oeconomicus, dessen einfache Grundannahmen durch die Untersuchung institutioneller Verhältnisse zugunsten einer größeren Realitätsnähe abgemildert werden. Wichtige Ansätze sind u.a. die Berücksichtigung von Transaktionskosten, Property-Rights, Marktmacht, unvollständigen Verträgen und beschränkter Rationalität. Ronald Coase und Douglass North hatten vor einigen Jahren als wichtige Anreger dieses Forschungsansatzes ebenfalls den Reichsbank-Preis erhalten.

Eine Übersicht zu aktuellen Anwendungen auf betriebswirtschaftliche Themen ist im Folgenden zusammengestellt.

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Institutions matter! – Auch in der Ökonomie

Diesem Motto wird in der ökonomischen Forschung seit geraumer Zeit verstärkt Rechnung getragen, deshalb sind auch die beiden Beiträge zum Thema in der Wiwi-Werkbank entstanden.

Bei der Vorbereitung bin ich auf einen empfehlenswerten Link gestoßen.  Michaela Trippl und Andreas Novy von der Wirtschaftsuniversität Wien haben Geschichte und Inhalt der traditionellen Institutionenökonomik in nachahmenswerter Weise [Lesen Sie weiter...]

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Heterodoxe Ökonomie: Institutionalistische Analysen in der Betriebswirtschaft

Beim Institutionalismus handelt es sich um einen heterodoxen Ansatz der Wirtschaftstheorie, der mit der kürzlich hier vorgestellten Evolutorischen Ökonomik verbunden ist. Er war Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA sehr verbreitet und gewinnt seit einigen Jahren wieder an Einfluss und Interesse. Ursprünglich als Alternative zum geschlossenen Modell der Neoklassik entstanden, besteht ein wesentlicher Unterschied darin, dass keine zeitliche und räumliche Allgemeingültigkeit theoretischer Erkenntnisse postuliert, sondern bei einem pragmatischen Theorieverständnis gerade auf die Analyse empirischer Befunde Wert gelegt wird. Der Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung institutioneller Gegebenheiten (z.B. Rechtssystem, kulturelle Gewohnheiten, gesellschaftliche Verhältnisse), und aus der Evolutionstheorie übernommen wird die Annahme, dass Institutionen nicht konstant sind, sondern einem Entwicklungsprozess unterliegen (institutioneller Wandel).

In jüngerer Zeit werden institutionalistische Analysen auch für betriebswirtschaftliche Themenstellungen eingesetzt, die sich in Form und Inhalt erheblich von den üblichen Optimierungsansätzen unterscheiden.

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Darwin in der Betriebswirtschaft

Das Darwin-Jahr 2009 erinnerte einerseits an den 200. Geburtstag (*12.02.1809) des britischen Naturforschers und andererseits an die Publikation seines Hauptwerks „On the Origin of Species“ („Die Entstehung der Arten“) vor 150 Jahren.

Auch in der Ökonomie gibt es Ansätze, die versuchen, Elemente der biologischen Evolutionstheorie für die Erklärung wirtschaftlicher Zusammenhänge fruchtbar zu machen. Im folgenden sind einige Veröffentlichungen aus jüngerer Zeit zusammengestellt, die speziell betriebswirtschaftlich interessante Themenstellungen aufgreifen und aus evolutionstheoretischer Perspektive bearbeiten. Schwerpunkte liegen vor allem in den Bereichen Konsumentenverhalten und Organisationstheorie.

Die evolutorische Ökonomik versucht im Gegensatz zur Mainstream-Ökonomik nicht, ein geschlossenes Theoriegebäude zu errichten, sondern greift verschiedene Aspekte der Evolutionstheorie auf. Der wichtigste Unterschied liegt im Abweichen von der beliebten, aber statischen, und daher für die Realität relativ unergiebigen Gleichgewichtsbetrachtung. Evolutorische Ansätze sind prozessorientiert und beziehen historische Bedingtheiten in die Analyse ein. Wichtige Vorläufer derartiger Untersuchungen sind u.a. Thorstein Veblen und Joseph Schumpeter.

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Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2009: Neue Institutionenökonomik

Elinor Ostroms und Oliver E. Williamsons werden in diesem Jahr mit dem Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel, dem „Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften“, ausgezeichnet. Hier nun weitere Titel anderer Wissenschaftler zu den Teilbereichen der Neuen Institutionenökonomik, denen sich die Preisträgerin und der Preisträger widmen. Ostroms Spezialgebiet ist die Eigentumsrechtstheorie (theory of property rights), Williamsons die Transaktionsökonomik (transaction cost economics).

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Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2009: Oliver E. Williamson

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2009 erhalten Elinor Ostrom und Oliver E. Williamson. Oliver E. Williamson wird insbesondere für seine Forschungen auf dem Gebiet der Unternehmenstheorie und der Kontrolle der Unternehmensführung ausgezeichnet.

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Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2009: Elinor Ostrom

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2009 erhalten  Elinor Ostrom und Oliver E. Williamson. Mit  Elinor Ostrom wird zum ersten Mal in der Geschichte des Wirtschafts-Nobelpreises eine Frau ausgezeichnet. Sie erhält den Preis vor allem für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Bewirtschaftung von Allmendegütern und der institutionellen Regulierung der Nutzung natürlicher Ressourcen.

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