Am 30.11.2011 senkten in einer koordinierten Aktion die Zentralbanken der USA, England, Japan, Schweiz und die EZB den Swapsatz um 50 Basispunkte und führten somit den Finanzmärkte mehr Dollar-Liquidität zu.
Damit stand das unorthodoxe geldpolitsche Instrument Währungsswap plötzlich im Mittelpunkt.
Seit Ausbruch der Finanzkrise hat sich der Goldpreis mehr als verdoppelt. Anfang letzter Woche stieg er auf den Rekordwert von 1575,79 US-$ pro Feinunze. Nicht nur immer mehr Privatanleger flüchten auf der Suche nach sicheren Anlagen in Gold. Auch Zentralbanken in Schwellenländern bauen verstärkt ihre Goldreserven aus.
Geldpolitische Entscheidungen und insbesondere Zinsbeschlüsse der US-Notenbank werden nach der Sitzung des Federal Open Market Committees (FOMC) gewöhnlich als Pressemitteilung an die Öffentlichkeit weitergegeben. Grund für diese vorsichtige Kommunikationsform ist die Tatsache, dass Erklärungen der Fed globale Einflüsse haben können.
Nun hat das FOMC erstmals in seiner Geschichte einen offensiveren Kommunikationskanal gewählt und eine Pressekonferenz gegeben, auf der die zuvor getroffene Entscheidung über die geldpolitische Ausrichtung der nächsten Monate erläutert wurde.
Mit der Erhöhung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte nach der Ratssitzung am 7. April hat die Europäische Zentralbank erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise die Finanzierungskonditionen für Zentralbankgeld gestrafft. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet begründete den Zinsschritt mit der Notwendigkeit der Sicherung der mittelfristigen Preisstabilität.
Wall Street Journal Interview mit Jean-Claude Trichet vom 18.04.2011
Darüber hinaus äußerte er sich zu den bestehenden Inflationserwartungen in der Eurozone und bezeichnete sie als “bisher sehr gut verankert“ (Wall Street Journal, 18.04.2011).
Inflationserwartungen sind maßgeblich für die Ausrichtung der Geldpolitik im Euroraum. Sobald Anzeichen für erhebliche Änderungen dieser Erwartungen auftreten, werden von der Europäischen Zentralbank zeitnah entgegenwirkende geldpolitische Schritte eingeleitet.
Die griechische Tragödie, die irische Schuldenkrise und der Zweifel an der Zahlungsfähigkeit weiterer Eurostaaten nähren die Sorgen um das ambitionierte Währungsprojekt. Der deutschen Angst vor Inflation setzt die EZB scheinbare Entschlossenheit zum Exit aus der Niedrigzinspolitik entgegen. Hingegen signalisiert die Federal Reserve die bedingungslose monetäre Lockerung.
Auf die Finanzkrise haben die Zentralbanken und die Regierungen mit ungewöhnlichen Maßnahmen reagiert. Die Geldpolitik senkt die Zentralbankzinsen bis auf die Nullgrenze, die Wirtschaftspolitik ist bemüht, mit riesigen Konjunkturprogrammen die Rezession zu bekämpfen. Diese Maßnahmen könnten inflationäre Prozesse auslösen. Einige Experten sehen sie jedoch als unverzichtbare Instrumente gegen anhaltende Stagnation und halten Deflation für eine wesentlich größere Gefahr. Entscheidend ist der Zeitpunkt im Prozess der konjunkturellen Erholung, an dem die Zentralbanken die reichlich angebotene Liquidität wieder zurücknehmen müssen.
Durch die globale Finanzmarktkrise wurden in letzter Zeit, zur Vorbeugung von Liquiditätskrisen („Kreditklemme“), die Leitzinsen von den Zentralbanken auf historische Tiefstände gesenkt. Durch diese Maßnahme sollen sich Banken leichter am Geldmarkt refinanzieren können und eine Ausweitung der Finanzmarktkrise zu einer lang anhaltenden Rezession so vermieden werden. Entscheidend für diese geldpolitische Gegenmaßnahme ist die Geschwindigkeit, mit der die Kreditinstitute den Geldmarktimpuls der Zentralbanken an ihre Kunden durch Zinssenkungen weitergeben (= Interest Rate Pass-Through).
Neben dem Euroraum werden in dieser Literaturübersicht auch weitere internationale Fallstudien aufgelistet.