Während die skandinavischen Staaten (sozialdemokratisches Wohlfahrtsstaatsmodell) die Erwerbstätigkeit beider Ehepartner über entsprechende sozial- und steuerpolitische Maßnahmen fördern und damit auch eine Gleichstellung der Geschlechter innerhalb der familiären Reproduktionsarbeit unterstützen, setzt der deutsche Sozialstaat vor allem geschlechterdiskriminierende Anreize im Steuer- und Sozialversicherungssystem. Angelehnt am Ernährer- oder konservativen Wohlfahrtsstaatsmodell kommt es in Deutschland zu einer strikten erwerbsbezogenen und auch familiären Arbeitsteilung, bei der vor allem der Ehemann der Erwerbsarbeit (Vollzeit) nachgeht, während die Ehefrau sich der Familienarbeit widmet und über den Alleinverdiener finanziell abgesichert wird.
Diese Literaturübersicht zeigt einerseits die grundlegenden theoretischen Annahmen des Ernährermodells auf, andererseits wird insbesondere das deutsche Steuersystem und dessen Anreizfunktion thematisiert (u. a. mit dem Ehegattensplitting).
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