Wiwi-Werkbank

Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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Familienpolitik

“200,3 Mrd. Euro wurden in Deutschland 2010 für ehe- und familienbezogene Leistungen ausgegeben, davon sind 125,5 Mrd. allein familienbezogen. Mit diesen Maßnahmen soll ein Ausgleich zwischen Familien und Kinderlosen sowie zwischen Familien mit unterschiedlicher Kinderzahl erreicht werden. Die 148 verschiedenen Leistungen werden vom Familienministerium in Familienlastenausgleich (52,9 Mrd. Euro), Familienförderung (55,4 Mrd.) und Sicherstellung des Grundbedarfs von Kindern (17,5 Mrd.) unterteilt.” (Notburga Ott : Familienpolitik: Etikettenschwindel. – Kommentar des Wirtschaftsdienst 7/2013)

Familienbesteuerung – Theoretische Aspekte

Ehegattensplitting, Familiensplitting, Einzelveranlagung – zur Besteuerung von Familieneinkommen existieren unterschiedliche steuerpolitische Konzepte. Diese umfassen vor allem Fragen zur Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie Möglichkeiten einer grundlegenden Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die folgende Literaturliste aus unserer Datenbank Econis bietet einen Einblick in die unterschiedlichen theoretischen Ansätze zur Familienbesteuerung (u. a. Entscheidungstheorie, Verhandlungstheorie, Spieltheorie).

Betreuungsgeld

Bereits mit der Einführung des Kinderförderungsgesetzes (KiföG) wurde im Jahr 2008 beschlossen, dass Eltern, die für ihr Kind keine Kindertagesbetreuung nutzen, ab 2013 ein Geldtransfer zukommen soll. Schon damals stand fest, dass viele ökonomische Überlegungen gegen einen solchen Transfer sprechen. Heute wird wieder heftig über das sogenannte Betreuungsgeld gestritten.

Lesen Sie weiter im Kommentar des Wirtschaftsdienst 12/2011

Flexiblere Arbeitszeiten – Königsweg für Beruf und Familie?

Familienministerin Schröder fordert flexible Arbeitszeitmodelle zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familienaufgaben und startet hierzu verschiedene Aktivitäten. Das Projekt „Familienpflegezeit“ gehört genauso dazu wie die Initiative „familienbewusste Arbeitszeitmodelle“, die zusammen mit dem DIHK durchgeführt wird.

Lesen Sie weiter im Kommentar des Wirtschaftsdienst 9/2010

Psychologie und Familienökonomik

Anlässlich der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik in Kiel (vom 7.9. – 10.9.2010) mit dem Schwerpunktthema “Ökonomie der Familie” wird die Familienökonomin und Arbeitsmarktökonomin Professorin Shelly Lundberg aus Washington ein Plenumsvortrag mit dem Titel “Psychology and Familiy Economics” halten.

Die ZBW, die Sponsorin der Jahrestagung ist, hat eine kleine Titelliste mit den wichtigsten Publikationen von Frau Shelley Lundberg zusammengestellt plus weitere Titel zum Thema ihres Tagungsbeitrages.

Zur Ökonomie von Ehe und Familie

Anlässlich der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik mit dem Thema “Ökonomie der Familie”, die in diesem Jahr in Kiel stattfindet, haben wir eine Literaturliste mit dem Schwerpunkt Ökonomie der Ehe zusammengestellt. Das Plenum, das sich am letzten Konferenztag dem Thema “Economics of Marriage” widmet, wird der renommierte Familienökonom Alessandro Cigno (Universität Florenz) leiten.

Kinderraten und Familienpolitik – Ein internationaler Vergleich

“In der Diskussion über sinkende Geburtenzahlen und steigende Erwerbstätigenquoten von Frauen rücken zunehmend die sozialstaatliche Steuerung und Organisation von Familien- und Erwerbsarbeit in den Fokus des politischen und wissenschaftlichen Interesses. Dabei verdeckt die traditionelle Annahme des Prinzips „Kinder oder Karriere“, welches eine Unvereinbarkeit zwischen Erwerbs- und Familienarbeit signalisiert, häufig einen komplexen, wohlfahrtsstaats-spezifischen Wirkungsmechanismus. Die Entscheidung von Paaren für oder gegen ein Kind wird immer innerhalb eines spezifischen familienpolitischen Dreiecks getroffen. Dieses setzt sich aus den wohlfahrtsstaatlichen familienpolitischen Maßnahmen, der weiblichen Erwerbsneigung/-tätigenquote und der Realisierung des Kinderwunsches zusammen” (Groß 2007).

Auswirkungen des Elterngeldes in Deutschland

2. aktualisierte Fassung Juli 2012

Über keine andere familienpolitische Leistung ist in den letzten Jahren so heftig und kontrovers diskutiert worden, wie über das Elterngeld (eine Ausnahme ist vielleicht noch das Betreuungsgeld). 2007 eingeführt, wurde das Elterngeld von der politischen Hoffnung begleitet, die Geburtenrate in Deutschland deutlich zu steigern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – insbesondere durch eine gesteigerte Frauenerwerbstätigkeit – zu verbessern.

Nach fünf Jahren ist festzustellen, dass sich die Geburtenrate in Deutschland nicht signifikant verbessert hat. Es sollten aber keine voreiligen Schlüsse gezogen werden, wie bspw. von Volker Kauder (vgl. spiegel.de vom 06.07.12), denn „die Geburtenzahl sagt nichts über den Erfolg des Elterngeldes [aus]“ (Axel Börsch-Supan, faz.net vom 09.07.12). Neben dem Elterngeld beeinflussen noch eine Vielzahl an weiteren familienpolitischen Leistungen und Rahmenbedingungen die Entscheidung für oder gegen Kinder (siehe u. a. Haan 2010, Groß/Hardmeier 2009). Eine zentrale Rolle nimmt die Bereitstellungen einer ausreichenden Anzahl von Kinderbetreuungsplätzen ein.

Vorbild Ernährermodell! – Die steuerpolitischen Anreizeffekte des deutschen Sozialstaatsmodells

Während die skandinavischen Staaten (sozialdemokratisches Wohlfahrtsstaatsmodell) die Erwerbstätigkeit beider Ehepartner über entsprechende sozial- und steuerpolitische Maßnahmen fördern und damit auch eine Gleichstellung der Geschlechter innerhalb der familiären Reproduktionsarbeit unterstützen, setzt der deutsche Sozialstaat vor allem geschlechterdiskriminierende Anreize im Steuer- und Sozialversicherungssystem. Angelehnt am Ernährer- oder konservativen Wohlfahrtsstaatsmodell kommt es in Deutschland zu einer strikten erwerbsbezogenen und auch familiären Arbeitsteilung, bei der vor allem der Ehemann der Erwerbsarbeit (Vollzeit) nachgeht, während die Ehefrau sich der Familienarbeit widmet und über den Alleinverdiener finanziell abgesichert wird.
Diese Literaturübersicht zeigt einerseits die grundlegenden theoretischen Annahmen des Ernährermodells auf, andererseits wird insbesondere das deutsche Steuersystem und dessen Anreizfunktion thematisiert (u. a. mit dem Ehegattensplitting).