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Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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PIIGS – Ursachen der Wirtschaftskrise und aktuelle Entwicklungen

PIIGS ist ein Akronym und steht für die Länder Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien. Es kam im Zusammenhang mit den dortigen Staatsschuldenkrisen auf und soll vor allem die Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede dieser Volkswirtschaften im Umgang und der Überwindung dieser Krise herausstellen. Dies ist auch Thema der nachfolgenden Literaturzusammenstellung aus unserer Datenbank Econis.

Bundesverfassungsgericht und Krisenpolitik der EZB – Literaturhinweise

“Am 11. und 12. Juni 2013 hat das Bundesverfassungsgericht Experten zur Krisenpolitik der EZB angehört. Dabei ging es um die Frage, ob oder inwieweit die EZB durch das Outright-Monetary-Transactions-Programm (OMT) Kompetenzen beansprucht, die ihr nicht übertragen worden sind.” (Kai A. Konrad, Clemens Fuest, Harald Uhlig, Marcel Fratzscher, Hans-Werner Sinn : Bundesverfassungsgericht und Krisenpolitik der EZB – Stellungnahmen der Ökonomen. – Zeitgespräch des Wirtschaftsdienst 7/2013)

Lockere Zins- und Geldpolitik in der Eurozone

“Mit dem Frühjahr 2013 verband sich die Hoffnung, dass sich die schwache Konjunktur im Eurogebiet erholen könnte. Die neuesten Trends lassen aber keine nennenswerte Entspannung der Situation erkennen. Angesichts dieser Entwicklung und der nach wie vor prekären Lage der südlichen Mitgliedstaaten des Eurogebiets wurde der Ruf nach einer Zinssenkung in Europa wieder lauter. Die EZB hat am 2. Mai reagiert und die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte auf den historischen Tiefstand von 0,5% abgesenkt.” (Bernd Hayo: EZB-Leitzins auf historischem Tief: richtig, aber wenig wirkungsvoll, In: Leitartikel des Wirtschaftsdienst 5/2013)

Intereconomics: Austeritätspolitik in den Krisenländern der Eurozone (Forum)

“Since the onset of the sovereign debt crisis, the crisis-stricken countries in Europe have been pushed to take drastic steps to consolidate their finances and reduce their budget deficits. Despite strong public opposition and largely damaging short-run effects, the countries have undertaken many of the internationally recommended/mandated reforms and spending cuts. Authors from Greece, Ireland, Italy, Spain and Portugal report here on the fiscal consolidation achieved in their respective countries – and the sacrifices that have made it possible. Furthermore, the authors detail what remains to be done to resolve the crisis. ” (Fulltext   Forum: Austerity Measures in Crisis Countries – Results and Impact on Mid-term Development / Vassilis Monastiriotis, Niamh Hardiman, Aidan Regan, Chiara Goretti, Lucio Landi, J. Ignacio Conde-Ruiz, Carmen Marín, Ricardo Cabral. – Intereconomics. – Vol.48, Nr 1, 2013)

Zurück zur D-Mark? – Peter Bofinger

Am 16. Januar 2013 stellte Prof. Peter Bofinger – im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Wirtschaftsdienst – sein Buch “Zurück zur D-Mark? Deutschland braucht den Euro” in der ZBW Hamburg vor. Zu dieser Veranstaltung liegt inzwischen ein Nachbericht vor.

Eine Rückkehr zur D-Mark wäre ein Desaster, argumentiert Peter Bofinger in seiner Streitschrift. Er plädiert für eine grundlegende Reform der Währungsunion und gegen den monetären Nationalismus. Nur gemeinsam seien die Länder Europas in der Lage, sich gegen die Macht der Märkte durchzusetzen.

Prof. Dr. Peter Bofinger ist Ordinarius für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Im August 1997 war er Mitinitiator einer Initiative von 59 Professoren für den Euro, im August 2012 trat er mit Jürgen Habermas und Julian Nida-Rümelin für einen massiven Kurswechsel der deutschen Politik in der Eurokrise ein. Gemeinsam mit renommierten europäischen Ökonomen verficht er einen Schuldentilgungspakt und eine gemeinsame europäische Fiskalpolitik. Bofinger ist außerdem Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Wirtschaftsdienst – Zeitschrift für Wirtschaftspolitik.

Schuldenschnitt Griechenland

“Kann man seine Schulden auch dadurch verringern, dass man sie mit geliehenem anstatt mit eigenem Geld zurückzahlt? Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man sieht, wie die griechische Regierung gerade rund 10 Mrd. Euro dafür aufgewendet hat, eigene Staatsschuldtitel im Nennwert von fast 30 Mrd. Euro zurückzukaufen.” (Henning Klodt: Griechenland: Schuldenrückkauf für noch mehr Schulden. – Leitartikel des Wirtschaftsdienst 12/2012)

Fiskalunion in der Eurozone

“Unter der Vielzahl der Vorschläge, die in diesem Tagen zur EU-Fiskalunion kursieren, dürften jene von Wolfgang Schäuble eine überdurchschnittliche Halbwertszeit haben, nicht zuletzt, weil er als deutscher Finanzminister quasi eine Veto-Position in der Debatte innehat. Schäuble schlägt drei Elemente vor: Erstens soll der EU-Währungskommissar wie der Wettbewerbskommissar von sich aus Verfahren gegen Haushaltssünder einleiten und vorantreiben dürfen. Zweitens soll der Kommissar ein Veto-Recht gegen nationale Haushalte erhalten – bereits im Planungsstadium, aber auch, nachdem das nationale Parlament das jeweilige Budget verabschiedet hat. Drittens soll das Europäische Parlament früher an allen wichtigen Entscheidungen beteiligt werden; für Eurozonen-Angelegenheiten sollen dafür einzig die Abgeordneten aus den Euroländern zusammentreten.” (Sebastian Dullien: EU-Fiskalunion.  Kommentar des Wirtschaftsdienst 11/2012)

Austritt aus der Eurozone

Für den Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und führende CSU-Politiker hat der Austritt Griechenlands aus der Eurozone jeden Schrecken verloren.

Wie das geht und welche ökonomischen Folgen dies hätte, dazu hat die ZBW für Sie eine kurze Literaturzusammenstellung gemacht.

Geuro

“Vorschläge, wie man Griechenland helfen kann, reichen vom von der Mehrheit der Deutschen bevorzugten Austritt aus der Eurozone bis hin zur von der Mehrheit der Griechen bevorzugten Aufgabe der Sparziele. Die neueste Idee, lanciert vom ehemaligen Chefvolkswirt der Deutschen Bank Thomas Mayer, ist die Einführung einer Parallelwährung in Griechenland. Der sogenannte Geuro, so Mayer, gebe der griechischen Regierung die Möglichkeit, weiter Ausgaben zu tätigen, ohne auf Kredite aus dem Euroraum angewiesen zu sein, und so die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes wiederherzustellen. Leider ist diese Idee nicht so erfolgversprechend, wie viele Kommentatoren glauben.” (Redaktion Wirtschaftsdienst)

Lesen Sie weiter im Kommentar des Wirtschaftsdienst 6/2012

Governance in der Staatsschuldenkrise

“Die Eurokrise hat tiefgreifende Veränderungen im Gefüge von Institutionen und Kompetenzen der Europäischen Union angestoßen. Als Reaktion auf die Krise erfolgte nicht nur eine Verschärfung des Stabilitätspakts, der künftig automatisierte Sanktionen vorsieht und der auf Grundlage des zwischenstaatlichen „Fiskalpakts“ um nationale Schuldenbremsen nach deutschem Vorbild ergänzt werden soll. Installiert wurde zudem auch ein „Verfahren zur Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte”.” (Zeitgespräch, In: Wirtschaftsdienst (4/2012), S. 219).