Wiwi-Werkbank

Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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Armutsgefährdung

“Vielen gilt der deutsche Arbeitsmarkt als vorbildlich: Die Beschäftigung steigt von Jahr zu Jahr und die Arbeitslosigkeit ist eine der niedrigsten in Europa. Mit den jüngst veröffentlichten Daten zur Entwicklung des Armutsrisikos von Erwerbspersonen gießt das Statistische Amt der Europäischen Union jedoch Wasser in den Wein.” (Eric Seils : Armutsentwicklung: Ganze Breite des Arbeitsmarktes. In: Kommentar des Wirtschaftsdienst 5/2013)

Armuts- und Reichtumsbericht

Alle vier Jahre wieder entfachen die Ergebnisse des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung eine politisch leicht zu instrumentalisierende mediale Resonanz, die zugespitzt lautet: Die Reichen würden immer reicher, die Armen immer ärmer! Von daher solle der Sozialstaat Geld von den Reichen nehmen und es den Armen geben. Es wird geredet von der Notwendigkeit des “Umfairteilens” und des Herstellens von “sozialer Gerechtigkeit”. (Klaus Schroeder: Armuts- und Reichtumsbericht: Jenseits der Lebenswirklichkeit. – Wirtschaftsdienst,  Jg. 92, Heft 10, Oktober 2012)

Wenn die Rente nicht reicht – Altersarmut in Deutschland

Das Armutsrisiko im Alter wird für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den nächsten Jahren zunehmen. Die Absenkung des Rentenniveaus, die Millionen prekärer Beschäftigungsverhältnisse und zunehmend gebrochene Erwerbsbiographien führen zu immer geringeren Rentenansprüchen – oft unterhalb des Existenzminimums (= Grundsicherungsniveaus).

Diese Literaturübersicht thematisiert die Ursachen, die Entwicklung sowie die Möglichkeiten einer Beseitigung der Altersarmut in Deutschland.

Favelas – ein weltweites Problem

Selected for the Global Economic Symposium 2012

“Slums are a distinguishing feature of the landscape of the major megacities. Mumbai, Caracas, Manila, Hong Kong and Rio de Janeiro would be different cities if the slums weren’t part of their landscapes.

The favelas have also become a social and urban planning phenomenon which are extremely challenging for those who run the cities. The issues involve the employment and housing, health, sanitation and urban infrastructure and have turned into a matter of violence management. The slums normally occupy unsuitable areas for construction, primarily due to topographical features or sanitation issues. This physical configuration and the lack of planning, make access roads very difficult, but also stimulate creativity and unprecedented urban solutions. In some cities, slums have more ephemeral characteristics. They emerge in abandoned fields near areas of recent urbanization or booming industrial expansion. A multidisciplinary approach is therefore the only possible way to finding solutions. A global problem such as this, can only hope to shed light on this issue as a priority agenda for social development, seeking long-term solutions.

Evidenzbasierte Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern

Selected for the Global Economic Symposium 2011

Even though some of the Millennium Development Goals (MDGs) – e.g. the goal of halving extreme poverty – will be achieved on a global scale by 2015, progress will have been uneven and poverty will remain firmly on the international agenda. Some countries, notably China and India which could harness the opportunities of globalization, are well on track to reach the goals. At the same time, many countries, especially those with the lowest levels of development, are far from realizing any of the MDGs. This macro picture, however, clouds the successes of individual projects in specific areas or sectors which have tangibly improved the living standards of the poor along various dimensions. Systematically identifying and learning from such projects provides an extraordinary opportunity to improve the design of development interventions and to lift many more people out of poverty.

Höhere Hartz-IV-Sätze?! – Zur Höhe des Existenzminimums in Deutschland

Am 9. Februar 2010 hatte das Bundesverfassungsgericht die aktuellen Hartz-IV-Regelsätze für unvereinbar mit dem grundgesetzlich gebotenen Schutz der Menschenwürde und dem Sozialstaatsprinzip erklärt (siehe BVerfG, 1 BvL 1/09). Der Bundesregierung wurde aufgetragen, die Höhe des gesetzlich garantierten Existenzminimums neu zu berechnen und diese Berechnungen nachvollziehbar bzw. öffentlich zu machen. Als Frist hierfür wurde der 1. Januar 2011 gesetzt.

„[…] Nach SPIEGEL-Informationen zeigen die vorläufigen Berechnungen, dass der Regelsatz von derzeit 359 Euro im Monat für einen alleinstehenden Erwachsenen zu niedrig ist. Die von der Bundesregierung herangezogenen Vergleichszahlen aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe beim Statistischen Bundesamt deuten darauf hin, dass der Satz bei einem Betrag von bis zu 400 Euro liegen müsste.“ (spiegel.de, vom 31.07.2010)

Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung

“In Europa sind derzeit fast 84 Millionen Menschen akut armutsgefährdet. Für die Betroffenen bedeutet dies eine Existenz in ständiger Unsicherheit und ein Leben ohne die Dinge, die für die große Mehrheit oft selbstverständlich sind. […]

In Anlehnung an ihren Leitgrundsatz der Solidarität hat die Europäische Union das Jahr 2010 in Übereinstimmung mit den Mitgliedstaaten zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ausgerufen. Das Jahr soll das öffentliche Bewusstsein für die Situation der von Armut betroffenen Menschen schärfen und dem politischen Engagement der EU und der Mitgliedstaaten im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung neuen Schwung verleihen.”

Quelle: Europäische Kommission. Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit

Mehr Geld für Kinder?! – Zur aktuellen verfassungsrechtlichen Prüfung der Hartz-IV-Sätze

Sind 60, 70 oder 80 Prozent des aktuellen Hartz-IV-Regelsatzes (359 Euro) für Kinder ausreichend? Dieser Frage stellt sich seit gestern das Verfassungsgericht in Karlsruhe. Obwohl die Verhandlungen erst begonnen haben, findet in der deutschen Öffentlichkeit bereits ein breiter Diskurs über die Höhe des Existenzminimums für Kinder statt. Auf der einen Seite fordern u. a. Sozialverbände und Gewerkschaften eine deutliche Anhebung der Hartz-IV-Leistungen für Kinder, auf der anderen Seite warnen Ökonomen und Politiker vor den negativen arbeitsmarktspezifischen Anreizwirkungen für ALG-II-Familien.

Diese Literaturübersicht widmet sich einerseits dem Thema Kinderarmut in Deutschland und zeigt auf der anderen Seite die gerechtigkeitsspezifischen und ethischen Problemlagen von existenzsichernden Sozialleistungen auf.

Armut in Deutschland – Der aktuelle Stand

Die Veröffentlichung des ersten Armutsatlanten für Deutschland seitens des Paritätischen Gesamtverbandes Mitte Mai diesen Jahres führte zu einer heftigen, aber kurzen Reaktion in der nationalen Presse.
Aufbauend auf der Darstellung der sozialen Lage der Privaten Haushalte in Deutschland (Einkommensverteilung, -entwicklung) zeigt diese Literaturübersicht einerseits die Ursachen von Armut (u. a. Arbeitsmarktflexibilisierung/Prekäre Arbeitsverhältnisse, sozialer Hintergrund (Bildungsniveau)), andererseits werden die Folgen aufgeführt (u. a. Gesundheit, Lebenszufriedenheit, gesellschaftliche Teilhabe bzw. Isolation). Weiterhin werden Fragen soziale (Verteilungs-)Gerechtigkeit und die Rolle der Armutspolitik (bzw. des Sozialstaates) bei der Bekämpfung der Ursachen und Folgen sozialer Ungleichheit thematisiert.