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Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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Staatsquoten – Definitionen, Grenzen der Vergleichbarkeit und Aussagekraft

“Staatsquoten sind häufig verwendete makroökonomische Indikatoren zur Erfassung des Anteils des Staates an den gesamten ökonomischen Transaktionen bzw. des Ausmaßes der Ressourcen, die dafür in einer Volkswirtschaft in einer bestimmten Periode (in der Regel in einem Jahr) verwendet werden. Sie ermöglichen (in gewissen Grenzen) internationale bzw. intertemporale Vergleiche des Ausmaßes der Staatstätigkeit.”

(“Ökonomische Trends”    Margit Schratzenstaller: Staatsquoten – Definitionen, Grenzen der Vergleichbarkeit und Aussagekraft. – Wirtschaftsdienst 3/2013)

Staatsquoten in den EU-Ländern 2012
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2012

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht dieses Jahr an die US-Amerikaner Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley “for the theory of stable allocations and the practice of market design

Aus den zahlreichen Veröffentlichungen dieser beiden Forscher haben wir Ihnen eine Auswahl zusammengestellt.

Was mehr wird, wenn wir teilen – zum Tod von Elinor Ostrom

Ostroms Anliegen war es, Wege zu finden, mit gemeinsam genutzten Dingen so umzugehen, dass die Menschheit ihre Bedürfnisse auch langfristig befriedigen kann. Deshalb setzte sie sich dafür ein, alle Menschen an Lösungen für Probleme in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld zu beteiligen. Statt „Däumchen zu drehen und auf eine Entscheidung der Typen da oben zu warten“, so Ostrom etwa zum Thema Klimaschutz, sollten wir die Dinge selber in die Hand nehmen und experimentieren.
Elinor Ostrom starb am 12. Juni 78-jährig an einem Krebsleiden.
(Kommentar in der Frankfurter Rundschau vom 15. Juni 2012)

Ökonomische Ideengeschichte – Teil 6: Silvio Gesell und das Schwundgeld

Im März 2012 wäre Silvio Gesell, ein äußerst unkonventioneller deutscher Wirtschaftstheoretiker, 150 Jahre alt geworden. Seine zentrale Idee läuft den gängigen Vorstellungen der meisten Ökonomen – und auch der Durchschnittsbürger – zuwider: Geld soll nämlich nicht endlos gehortet werden können und auf diese Weise zu Reichtum führen, sondern als Schwundgeld mit der Zeit an Wert verlieren. Kreative Ökonomen wie z.B. Keynes, Fisher und Wicksell waren von seinen Ideen angetan, und die andauernde Finanzkrise brachte sie wieder in der allgemeinen wissenschaftlichen Diskussion in Umlauf.


Die Finanzkrise und die Uni-Ökonomie: Des Kaisers neue Kleider?

Seit vor ca. einem Jahr an dieser Stelle eine Literaturübersicht zur analytischen Kompetenz der ökonomischen Wissenschaft in der Finanzkrise erschienen ist, hat sich die Problematik zugespitzt: Die Kritik am weitgehenden Versagen der herrschenden theoretischen Ansätze und an den Ökonomen, die in der Lehre selbst angesichts tiefgreifender Strukturkrisen nicht von den Standards abweichen wollen, hat nun auch die deutschen Universitäten erreicht.

Mancherorts gibt es einen Aufstand der Studierenden, die wie das Kind im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern rufen: “Aber er hat ja gar nichts an!” Zu offensichtlich ist die Diskrepanz zwischen den well-behaved models und der chaotisch-komplexen Realität.

 

Deutschlandfunk: Wirtschaftsweise ratlos?

Ab dem 13.11.2011 nimmt sich der Deutschlandfunk an drei Wochenenden in seiner Sendereihe ‘Essay und Diskurs’ den Versäumnissen der Nationalökonomie und deren Folgen an.

Die Volkswirtschaft sei eine Soft-Science und gehöre zu den Sozialwissenschaften. In drei Teilen wird dies mit unterschiedlichen Gesprächsteilnehmern erörtert.

Teil 1: Jenseits des Homo oeconomicus
Der Wirtschaftsjournalist Martin Wolf im Gespräch mit Stefan Fuchs

Teil 2: Ökonomie – Sozialwissenschaft wider Willen?
Der Wirtschaftswissenschaftler André Orléan im Gespräch mit Stefan Fuchs

Teil 3: Mythos freier Markt
Der Wirtschaftswissenschaftler James K. Galbraith im Gespräch mit Stefan Fuchs

Die Beiträge sind eine Zeitlang nach ihrer Ausstrahlung als Podcast abrufbar und liegen auch als Manuskript vor.

Wirtschaftsnobelpreis 2011

Nichts Neues beim Preis der Schwedischen Reichsbank zum Gedenken an Alfred Nobel (“Wirtschafts-Nobelpreis”): In diesem Jahr werden erneut zwei US-Amerikaner ausgezeichnet, die den wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream vertreten. Thomas J. Sargent und Christopher A. Sims erhalten den Preis für ihre Beiträge zur empirischen Makroökonomie (“for their empirical research on cause and effect in the macroeconomy”). In ihren Arbeiten haben sie die Auswirkungen wirtschaftspolitischer Entscheidungen auf makroökonomische Größen untersucht. Dabei greifen sie auf die Theorie der rationalen Erwartungen zurück.

Excellence Awards in Global Economic Affairs 2011: Yuriy Gorodnichenko

The aim of the Excellence Award (Kiel Institute for the World Economy) is to build a community of the brightest young researchers in the area of global economic affairs (click here for more information).

Yuriy Gorodnichenko ist Assistant Professor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der University of California, Berkeley. Des Weiteren ist er Gastdozent bei der Federal Reserve Bank of San Francisco und Research Fellow am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Seine Forschungsaktivitäten liegen in verschiedenen Bereichen der Makroökonomik, ein Schwerpunkt ist unter anderem die Untersuchung von Arbeitsmärkten und Unternehmensperformance in Transformationsstaaten.
(Homepage Yuriy Gorodnichenko, Berkeley and IZA, 05/04/11)

Excellence Awards in Global Economic Affairs 2011: Paolo Surico

The aim of the Excellence Award (Kiel Institute for the World Economy) is to build a community of the brightest young researchers in the area of global economic affairs (click here for more information).

Mit dem Excellence Awards in Global Economic Affairs des Institutes für Weltwirtschaft wird 2011, neben drei weiteren Preisträgern, Paolo Surico (London) ausgezeichnet.

Paolo Surico ist außerordentlicher Professor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der London Business School und Forschungsmitglied am CEPR. Bis Juli 2009 war er wissenschaftlicher Berater des Monetary Policy Committee’s der Bank of England. Paolo Surico besitzt einen Ph.D. von der Universität Bocconi (Italien). Seine Interessengebiete sind Makroökonomie, Konjunkturtheorie, Geld- und Währungspolitik sowie angewandte Ökonometrie (dt. Übersetzung, Homepage, Paolo Surico, 21.04.11).

Ökonomische Ideengeschichte – Teil 3: Ronald Coase

Zu den profilierten Kritikern der traditionellen Wirtschaftstheorie gehört der britische Ökonom Ronald Coase, der im Dezember 2010 seinen einhundertsten Geburtstag feiern konnte und immer noch als Forscher aktiv ist. Er bezeichnet die herrschende Lehre als “blackboard economics”.

Mit seinen Aufsätzen zur Theorie der Transaktionskosten (“The nature of the firm”, 1937) und der Eigentumsrechte (“The problem of social cost”, 1960) trat Coase als Pionier der Neuen Institutionenökonomik hervor und erhielt 1991 den Wirtschafts-“Nobelpreis” der Schwedischen Reichsbank zugesprochen.

Inzwischen hat sich Coase der dynamischen chinesischen Wirtschaft zugewandt und plant eine Buchveröffentlichung zum Thema.