Qualitative (bzw. fallorientierte) Methoden konzentrieren sich in der Regel auf die umfassende Beschreibung und Erklärung von Kausalitäten einzelner Untersuchungseinheiten (mit Hilfe der Hermeneutik) und greifen daher für vergleichende Betrachtungen nur auf eine kleine Fallzahl zurück. Die Hermeneutik hat dahingehend ihre Grenzen, dass es mit steigender Fallzahl immer schwieriger wird, zuverlässige und gültige Kausalitäten herauszuarbeiten, z. B. im Rahmen der Wohlfahrtsstaatsforschung.
Einen methodischen Ausweg aus dem „many variables, small N“-Problem liefert der sogenannte Ragin-Ansatz. Charles Ragin stellte 1987 den variablenorientierten Systemforschern, die auf statistische Methoden zurückgriffen, einen fallorientierten Ansatz gegenüber, der es dem Forscher ermöglichen sollte, trotz einer Vielzahl von Variablen und einer geringen Fallanzahl valide Kausalitäten aus der Datenbasis herauszuarbeiten. Dieser neue methodische Ansatz sollte gewährleisten, jenseits von quantitativen und qualitativen Methoden, mittlere Fallzahlen deskriptiv und erklärend zu erfassen. Das Resultat seiner Überlegungen war die „Qualitative Comparative Analysis“ (QCA).

