“Angesichts des erwerbsstrukturellen Wandels wird seit Langem eine Versicherungspflicht für selbständig Erwerbstätige zur Absicherung des Lebensstandards in der Nacherwerbsphase und damit implizit auch zur Vermeidung von Altersarmut gefordert. Nun ist vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein Eckpunktepapier vorgelegt worden, das eine Versicherungspflicht für alle Selbständigen vorsieht.” (Uwe Fachinger. In: Wirtschaftsdienst H. 4, 2012, S.217)
Karstadt ist gerettet – so titelten einige Zeitungen im September 2010.
Der Investor Nicolas Berggruen hatte einige Kaufhäuser übernommen und den Beschäftigten die Angst vor Entlassungen genommen. Ob eine Neuausrichtung langfristig gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Wie können Warenhäuser in der Welt von Discounterketten, Shoppingcentern und bequemen Onlineangeboten bestehen?
Die zunehmende Kritik an Wachstum und Ressourcenverbrauch bringt neues Interesse für das Thema “Eingebauter Verschleiss” (“Geplante Obsoleszenz”) bei langlebigen Konsumgütern. Durch tatsächlich oder vermeintlich vorzeitiges Versagen bzw. Veralten entsteht ein Zwang zum Neukauf. Aktuelle Beispiele finden sich bei Softwares, Smartphones oder Druckern, also elektronischen Produkten. Frühere Beispiele sind vor allem Glühlampen (das berühmte Phoebus-Kartell), Nylonstrümpfe oder US-amerikanische Autos.
Trotz der offensichtlichen Nützlichkeit von eingebautem Verschleiss für die Steigerung des Absatzes, ist der Umfang, in dem geplante Obsoleszenz auftritt, nicht leicht zu erkennen, denn in die gleiche Richtung zielen u.a. auch das Bemühen um technische Verbesserungen von Produkten (z.B. geringerer Energieverbrauch) oder der Kundenwunsch nach zeitgemäßerem Design (vor allem in der Mode und verwandten Branchen).
“Die Eurokrise hat tiefgreifende Veränderungen im Gefüge von Institutionen und Kompetenzen der Europäischen Union angestoßen. Als Reaktion auf die Krise erfolgte nicht nur eine Verschärfung des Stabilitätspakts, der künftig automatisierte Sanktionen vorsieht und der auf Grundlage des zwischenstaatlichen „Fiskalpakts“ um nationale Schuldenbremsen nach deutschem Vorbild ergänzt werden soll. Installiert wurde zudem auch ein „Verfahren zur Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte”.” (Zeitgespräch, In: Wirtschaftsdienst (4/2012), S. 219).
“Die WTO hat am 12.3.2012 die Berufungsentscheidung zu US-Subventionen für den Flugzeughersteller Boeing veröffentlicht. Der “WTO-Appellate Body” hat das ursprüngliche Urteil vom März 2011 weitestgehend bestätigt: Boeing hat im Zeitraum von 1989 bis 2006 Subventionen in Höhe von mindestens 5,3 Mrd. US-$ erhalten. Zum einen wurden exportabhängige Steuervergünstigungen durch sogenannte Foreign Sales Corporations (FSC) beanstandet, die schon einmal Gegenstand eines WTO-Verfahrens waren.” (Stephan Wittig, In: Wirtschaftsdienst (4/2012), S. 218).
Die Bundesregierung plant, noch in diesem Jahr ein Gesetz zur Stromspeicherung vorzulegen. Erneuerbare Energien haben 2011 in Deutschland erstmals einen Anteil von 20% an der Stromerzeugung erreicht. Für die Zukunft der Energieversorgung kommt es durch die geplante Erhöhung des Anteils auf 80% bis 2050 und der damit vermehrten Fluktuation der Einspeisung zu einer erheblichen Steigerung des Bedarfs an Stromspeichern.
“Noch ist nichts beschlossen, aber wenn die Pläne der EU-Kommission zur Reform der Entsenderichtlinie Wirklichkeit werden, könnte die Bekämpfung der illegalen Beschäftigung in Deutschland erschwert werden. Dabei hatte die EU-Kommission sich doch vor fünf Jahren in einer Mitteilung – gerade mit Blick auf die ausufernde Schattenwirtschaft in Südeuropa – die Bekämpfung der Schwarzarbeit auf die Fahnen geschrieben.” (Dominik H. Enste, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Wirtschaftsdienst 4/2012)
“Die Preistendenzen für Wohnimmobilien in Deutschland sind in letzter Zeit verstärkt in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Immobilienpreise, die hierzulande über viele Jahre hinweg weitgehend stabil geblieben waren, im Jahr 2010 merklich anzogen und der Preisanstieg sich 2011 verstärkt fortsetzte.” (Dr. Hermann-Josef Hansen und Dr. Nicolas Pinkwart, Deutsche Bundesbank. Wirtschaftsdienst 4/2012)
Auch vier Jahre nach der Lehman-Brothers-Pleite liegt im Finanzsektor vieles noch im Argen. Eine transparente und durchgreifende Finanzsektorregulierung ist nicht in Sicht. Zwar werden auf den unterschiedlichen Ebenen – international, europäisch, national – immer wieder Anläufe zur Etablierung einer tragfähigen Finanzarchitektur unternommen, aber letztendlich stellen sich die wenigsten als zielführend heraus.
“Die Notenbanken haben weltweit mit einer Ausweitung ihrer Bilanzen auf das Scheitern der Kreditwirtschaft in der Finanz- und Schuldenkrise reagiert. Allerdings bleibt offen, wie sie in ein tragbares Regime der traditionellen Geld- und Kreditabsicherungsbeziehungen zurückgelangen können. Das Vertrauen in das internationale Finanzsystem könnte wiederhergestellt werden, wenn ein neuer Standard für ein globales Geldsystem entstehen würde. Das könnte die chinesische Währung, die an Gold oder einen Rohstoffkorb gebunden ist, sein.” (Dr. Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutsche Bank Gruppe, Analysen und Berichte, Wirtschaftsdienst 4/2012)
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