Wiwi-Werkbank

Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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Rigour versus Relevance III: Theorie und Praxis im Betrieb

Als Ergänzung zur Literaturliste  (“Gibt es eine Brücke?”) im Dezember 2012 wird im Folgenden eine Auswahl an Titeln aus weiteren Funktionsbereichen der BWL präsentiert. Vertreten sind u.a. Marketing, Supply Chain Management und Rechnungswesen.

Rigour versus Relevance II: Gibt es eine Brücke?

Junge Absolventen eines BWL-Studiums erleiden auch heute manchmal noch einen Praxisschock wenn sie ihre erste Stelle in einem Unternehmen antreten, trotz vorhergehender Praktika und eines Umbaus des Curriculums. Die wissenschaftlichen Methoden, die sie aus dem Studium kennen, eignen sich häufig nicht, um Entscheidungssituationen des Unternehmensalltags zu lösen, da sie z.B. Kenntnisse von Marktdaten und Entscheidungsparametern voraussetzen, die im realen Leben nicht bekannt sind.

Seit der ersten Literaturliste zu diesem Thema im Jahr 2008 hat die Diskussion um das Verhältnis zwischen den jeweiligen Erkenntnissen von Theoretikern und Praktikern denn auch nicht an Bedeutung verloren. Die folgende Liste bringt eine Auswahl neuerer betriebswirtschaftlicher Titel mit einem Schwerpunkt auf der Theorie-Praxis-Lücke im Bereich Management und Organisation.

Weihnachten 2012 – Fröhliches Konsumieren!

 

Den größten Anteil am Jahresend-Konsumrausch nehmen die Weihnachtsgeschenke ein.  Geschenke sind eine Art “fremdbestimmten” Konsums, die  nur selten in der Wirtschaftsforschung analysiert werden. Dennoch haben Ökonomen sich auch darüber einige Gedanken gemacht. Und deshalb steht das Thema bei der diesjährigen Weihnachts-Literaturauswahl im Mittelpunkt.

Grundlagenliteratur “Betriebliche Steuerlehre”

Mit unserer Serie “Grundlagenliteratur” bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine Liste mit Einstiegsliteratur aus dem Bestand der ZBW – der weltweit größten Spezialbibliothek für wirtschaftswissenschaftliche Publikationen – zu den verschiedenen Fachbereichen der BWL.

Lehrbücher: Investition und Finanzierung

Mit unserer Serie “Grundlagenliteratur” bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine Liste mit Einstiegsliteratur aus dem Bestand der ZBW – der weltweit größten Spezialbibliothek für wirtschaftswissenschaftliche Publikationen – zu den verschiedenen Fachbereichen der BWL.

Deutsche Finanzierungs-Lehrbücher kommen traditionell zumeist akademisch trocken daher und bieten den Inhalt säuberlich gegliedert zur Lektüre an. Dagegen versuchen die Autoren US-amerikanischer Lehrbücher, den Stoff interessanter zu gestalten, durch Einfügen von aktuellen Themen, Experten-Interviews und dergleichen mehr. Beide Darstellungsweisen haben ihre Stärken und Schwächen. In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass deutsche Autoren ein wenig von den Amerikanern lernen und z.T. beginnen, den Lehrstoff entscheidungsorientierter zu formulieren, was sicherlich realitätsnäher ist als die Aneinanderreihung von rein kostenoptimierenden Finanzierungsalternativen und Investitionsrechnungsmodellen.

Geplante Obsoleszenz – ein Mythos?

Die zunehmende Kritik an Wachstum und Ressourcenverbrauch bringt neues Interesse für das Thema “Eingebauter Verschleiss” (“Geplante Obsoleszenz”) bei langlebigen Konsumgütern. Durch tatsächlich oder vermeintlich vorzeitiges Versagen bzw. Veralten entsteht ein Zwang zum Neukauf. Aktuelle Beispiele finden sich bei Softwares, Smartphones oder Druckern, also elektronischen Produkten. Frühere Beispiele sind vor allem Glühlampen (das berühmte Phoebus-Kartell), Nylonstrümpfe oder US-amerikanische Autos.

Trotz der offensichtlichen Nützlichkeit von eingebautem Verschleiss für die Steigerung des Absatzes, ist der Umfang, in dem geplante Obsoleszenz auftritt, nicht leicht zu erkennen, denn in die gleiche Richtung zielen u.a. auch das Bemühen um technische Verbesserungen von Produkten (z.B. geringerer Energieverbrauch) oder der Kundenwunsch nach zeitgemäßerem Design (vor allem in der Mode und verwandten Branchen).

Ökonomische Ideengeschichte – Teil 6: Silvio Gesell und das Schwundgeld

Im März 2012 wäre Silvio Gesell, ein äußerst unkonventioneller deutscher Wirtschaftstheoretiker, 150 Jahre alt geworden. Seine zentrale Idee läuft den gängigen Vorstellungen der meisten Ökonomen – und auch der Durchschnittsbürger – zuwider: Geld soll nämlich nicht endlos gehortet werden können und auf diese Weise zu Reichtum führen, sondern als Schwundgeld mit der Zeit an Wert verlieren. Kreative Ökonomen wie z.B. Keynes, Fisher und Wicksell waren von seinen Ideen angetan, und die andauernde Finanzkrise brachte sie wieder in der allgemeinen wissenschaftlichen Diskussion in Umlauf.


Ökonomische Ideengeschichte – Teil 5: Ordnungsökonomik

“Eine methodische Auseinandersetzung in der Ordnungsökonomik war längst überfällig” konstatieren Lars Feld und Ekkehard Köhler in ihrem grundlegenden Beitrag “Zur Zukunft der Ordnungsökonomik.” Die Ordnungsökonomik als genuin deutsches wirtschaftstheoretisches Konzept ist zuletzt in die Jahre gekommen. Exzellent beleumundet war dieses Denkmodell nach dem Zweiten Weltkrieg, stützte sich doch die Wirtschaftspolitik des weithin verehrten Ministers Ludwig Erhard im Wesentlichen auf ordnungsliberale Grundsätze.

Doch seitdem hat sich die Wirtschaftswelt fundamental verändert, nicht zuletzt durch den Bedeutungszuwachs der EU und die Globalisierung.

Die Finanzkrise und die Uni-Ökonomie: Des Kaisers neue Kleider?

Seit vor ca. einem Jahr an dieser Stelle eine Literaturübersicht zur analytischen Kompetenz der ökonomischen Wissenschaft in der Finanzkrise erschienen ist, hat sich die Problematik zugespitzt: Die Kritik am weitgehenden Versagen der herrschenden theoretischen Ansätze und an den Ökonomen, die in der Lehre selbst angesichts tiefgreifender Strukturkrisen nicht von den Standards abweichen wollen, hat nun auch die deutschen Universitäten erreicht.

Mancherorts gibt es einen Aufstand der Studierenden, die wie das Kind im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern rufen: “Aber er hat ja gar nichts an!” Zu offensichtlich ist die Diskrepanz zwischen den well-behaved models und der chaotisch-komplexen Realität.

 

Hedgefonds – Verteidiger von Menschenrechten?

 

Den Medien war Anfang 2012 die erstaunliche Meldung zu entnehmen, dass US-Hedgefonds erwogen, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen. Sollten die professionellen Investoren plötzlich in die Branche sozialer NGOs gewechselt sein?

Es handelte sich jedoch nur um einen – nicht sonderlich erfolgversprechenden – Schachzug, um ihre Position bei den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands zu unterstreichen.

Immerhin ein Anlass, mit der folgenden Literaturübersicht einmal einen Blick darauf zu werfen, wie “humanitär” denn die Rolle ist, die die Hedgefonds selbst im Finanzsystem und in der Finanzkrise spielen.