Wiwi-Werkbank

Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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Kalte Progression

 
Die Opposition hat mit ihrer Mehrheit im Bundesrat die Pläne der Bundesregierung, die sogenannte “kalte Progression” über eine Steuerreform ab 2013 abzumildern, vorerst gestoppt.

Unter der kalten Progression, die auch als heimliche Steuererhöhung bezeichnet wird, versteht man den Effekt, dass Lohnerhöhungen im Rahmen des Inflationsausgleiches nicht zu einer Erhöhung des verfügbaren Einkommens führen, weil, bedingt durch den progressiven Steuertarif in Deutschland, gleichzeitig die Steuerlast steigt. Somit verbleibt kaufkraftbereinigt ein geringeres Einkommen als vor der Lohnerhöhung.

Fußball-EM 2012: Event-Marketing, Sponsoring, Ambush Marketing

Am 8. Juni 2012 beginnt mit dem Eröffnungsspiel Polen vs. Griechenland die 14. Fußball-Europameisterschaft.

Wie bei den letzten Europameisterschaften wollen auch dieses Jahr wieder zahlreiche Unternehmen von der EM in Polen und der Ukraine profitieren – offiziell, als einer der Hauptsponsoren (= Event Marketing), oder inoffiziell, durch die Ausnutzung der medialen Aufmerksamkeit dieses Fußball-Großereignisses (= Ambush Marketing).

Diese Literaturzusammenstellung greift diese Thematiken auf und stellt verschiedene marketingbezogenen Aspekte von Fußball-Großereignissen dar, mit Schwerpunkt auf der Fußball-EM bzw. -WM.

Weltwirtschaftlicher Preis 2012 für Daniel Kahneman

Mit dem Weltwirtschaftlichen Preis des Kieler Instituts für Weltwirtschaft werden Persönlichkeiten geehrt, die sich im besonderen Maße durch ihr Vordenken und Vermitteln weltwirtschaftlicher Lösungsansätze, ihre Dialogfähigkeit und Dialogbereitschaft über ihre Fachgrenzen hinaus und ihr Eintreten für eine auf Eigenverantwortung basierende, sozial verantwortungsvolle Gesellschaft auszeichnen.

Daniel Kahneman, geboren am 5. März 1934 in Tel Aviv, Israel, ist ein israelisch-amerikanischer Psychologe, der 2002 zusammen mit Vernon L. Smith den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten hat.

Reform der EU-Agrarpolitik

2. Aktualisierte Fassung  Mai 2013  von Joachim Michael

 

“Seit drei Jahren bereits herrscht im Brüsseler Kreißsaal heftiges Treiben, und alle warten gebannt darauf, dass die EU-Agrarpolitik für die Zeit von 2014 bis 2020 endlich das Licht der Welt erblickt. Wagenladungen von Dokumenten wurden produziert, Sitzungen über Sitzungen abgehalten, Experten und Lobbyisten in großer Zahl gehört, Medien von allen Seiten mit Propaganda versorgt.” (Stefan Tangermann: EU-Agrarpolitik : Der Berg gebiert eine Maus, In: Kommentar des Wirtschaftsdienst 4/2013)

 

“Die EU-Kommission legte im Oktober 2011 einen Vorschlag zum siebenjährigen Finanzplan der EU und damit zu den finanziellen Grundlagen der EU-Agrarpolitik für den Zeitraum 2014 bis 2020 vor. Über den Finanzrahmen wird einstimmig im Ministerrat entschieden; einzelne Länder sind kaum bereit, auf bisherige Vorteile zu verzichten.” (Ulrich Koester, In: Kommentar des Wirtschaftsdienst 5/2012, S. 289).

Demografischer Wandel: Allein es fehlt die Strategie

“Am 25.4. wurde die Demografiestrategie der Bundesregierung vorgestellt. Von einer Strategie erwartet man, dass die Leitlinien zukünftigen politischen Handels aufgezeigt werden. Konkrete Maßnahmen werden später eingebettet, beschlossen und durchgeführt. Diese Erwartung wird bei der Demografiestrategie enttäuscht, da kein “roter Strategiefaden”, sondern ein Sammelsurium von oft sinnvollen Einzelmaßnahmen, Aktionsplänen, kleinsten Initiativen und Willensbekundungen präsentiert wird.” (Martin Gasche, In: Wirtschaftsdienst (5/2012, S. 288-289).

Lesen Sie weiter im Kommentar des Wirtschaftsdienst 5/2012

Internationales Jahr der Genossenschaften

“Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2012 als ‘Internationales Jahr der Genossenschaften‘ ausgerufen. Die Deklaration soll die globale Bedeutung von Genossenschaften für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung hervorheben” (Michael Stappel in der Publikation “Genossenschaften in Deutschland” von der DZ Bank).

Tarifeinheit oder Tarifpluralität (Zeitgespräch)

“Die arbeitsgerichtliche Rechtsprechung der jüngeren Vergangenheit hat die Voraussetzung für mehr Tarifpluralität geschaffen. Im Zuge aktueller Tarifkonflikte im Luftverkehr wird die Macht von Spartengewerkschaften stark kritisiert. Für eine gesetzliche Einhegung der Tarifpluralität sprechen sich die Autoren nicht aus, obwohl die Tarifkonflikte mittlerweile schärfer sind und deren Lösung schwieriger.” (Zeitgespräch mit Christoph M. Schmidt, Ronald Bachmann, Hagen Lesch, Lea M. Petters, Justus Haucap)

Lesen Sie weiter im Zeitgespräch des Wirtschaftsdienst 5/2012

Versicherungspflicht für Selbständige

“Angesichts des erwerbsstrukturellen Wandels wird seit Langem eine Versicherungspflicht für selbständig Erwerbstätige zur Absicherung des Lebensstandards in der Nacherwerbsphase und damit implizit auch zur Vermeidung von Altersarmut gefordert. Nun ist vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein Eckpunktepapier vorgelegt worden, das eine Versicherungspflicht für alle Selbständigen vorsieht.” (Uwe Fachinger. In: Wirtschaftsdienst H. 4, 2012,  S.217)

Die Zukunft des Einzelhandels in Deutschland – was wird aus Karstadt?

Karstadt ist gerettet – so titelten einige Zeitungen im September 2010.

Der Investor Nicolas Berggruen hatte einige Kaufhäuser übernommen und den Beschäftigten die Angst vor Entlassungen genommen. Ob eine Neuausrichtung langfristig gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Wie können Warenhäuser in der Welt von Discounterketten, Shoppingcentern und bequemen Onlineangeboten bestehen?

Geplante Obsoleszenz – ein Mythos?

Die zunehmende Kritik an Wachstum und Ressourcenverbrauch bringt neues Interesse für das Thema “Eingebauter Verschleiss” (“Geplante Obsoleszenz”) bei langlebigen Konsumgütern. Durch tatsächlich oder vermeintlich vorzeitiges Versagen bzw. Veralten entsteht ein Zwang zum Neukauf. Aktuelle Beispiele finden sich bei Softwares, Smartphones oder Druckern, also elektronischen Produkten. Frühere Beispiele sind vor allem Glühlampen (das berühmte Phoebus-Kartell), Nylonstrümpfe oder US-amerikanische Autos.

Trotz der offensichtlichen Nützlichkeit von eingebautem Verschleiss für die Steigerung des Absatzes, ist der Umfang, in dem geplante Obsoleszenz auftritt, nicht leicht zu erkennen, denn in die gleiche Richtung zielen u.a. auch das Bemühen um technische Verbesserungen von Produkten (z.B. geringerer Energieverbrauch) oder der Kundenwunsch nach zeitgemäßerem Design (vor allem in der Mode und verwandten Branchen).