Der Konjunkturzyklus (auf und ab der wirtschaftlichen Tätigkeit) ist ein ökonomisches Phänomen aller marktwirtschaftlichen Systeme. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in den USA Indikatoren entwickelt, mit denen die Konjunktur beschrieben und prognostiziert werden soll. Heute gibt es eine Vielzahl von Konjunkturindizes und Kennzahlen. Wir wollen in diesem kurzen Blogbeitrag aus deutscher Sicht ein paar vorlaufenden Konjunkturindikatoren auflisten, ohne sie genauer vorzustellen, da diese durch den Internetlink und die von uns am Ende genannte Literatur näher erklärt werden.
Der in der Tagespresse und Fernsehen bekannteste Konjunkturindikator in Deutschland ist der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft, welcher aus Umfragen zur Geschäftserwartung von Unternehmen vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München berechnet wird.
In den Medien wird neben dem ifo-Geschäftsklima auch oft über den Auftragseingangsindex der Industrie berichtet. Er wird vom Statistischen Bundesamt herausgegeben und erfasst die Neuaufträge an Unternehmen.
In der Öffentlichkeit wird auch der GfK-Konsumklimaindikator der Gesellschaft für Konsumforschung stark wahrgenommen, er misst die Konsumneigung der privaten Haushalte in Deutschland.
Ein wichtiger, wenn auch weniger bekannter Indikator, ist derZEW-Finanzmarktreport (ZEW-Konjunkturerwartungen) des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, er beruht auf Befragung von Finanzexperten.
Da die deutsche Wirtschaft stark mit der Weltwirtschaft verflochten ist, spielen für eine Konjunkturvorhersage zu Deutschland auch vorlaufende Konjunkturindikatoren aus dem Euroraum, den USA und der OECD eine große Rolle.
Zum Euroraum sind zu nennen:
- Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes (Purchasing Manager´s Indices) vom Forschungsinstitut Markit Economics, der auf Befragungen von Unternehmen beruht.
- Geschäftsklima (Economic Sentiment Indicator) herausgegeben von der Europäischen Kommission. Vom Inhalt ist dieser Indikator vergleichbar dem ifo-Geschäftsklima, es werden europaweit rund 35.000 Unternehmen befragt.
- Konsumentenvertrauen (Consumer Confidence) ebenfalls von der Europäischen Kommission herausgegeben, er misst die Konsumneigung der europäischen Verbraucher.
Die wichtigsten vorlaufenden Konjunkturindikatoren der USA sind:
- Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes (ISM-Index), der vom Institute for Supply Management herausgegeben wird und auf Befragung von Einkaufsmanagern zu deren Geschäftserwartungen beruht.
- Das Verbrauchervertrauen (Consumer Confidence Index) der USA, welches vom Conference Board herausgegeben wird und die Konsumneigung der privaten Haushalte anzeigt.
Last, but not least ist der Leading Indicator der OECD zu nennen, der auf der Grundlage von vorlaufenden Indikatoren der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt (also auch nicht OECD-Ländern) berechnet wird.
Auf der Webseite der OECD gibt es zusätzlich noch ein hübsches Tool, die „OECD-Konjunkturuhr“ (OECD Business Cycle Clock). Hier kann man/frau sehen wie sich die Indikatoren in den verschiedenen Konjunkturphasen (Aufschwung, Verlangsamung, Abschwung, Erholung) im Zeitablauf verhalten. Als gleichlaufenden Indikator hat die OECD die weltweite Industrieproduktion gewählt. Wenn man die Uhr ab dem Jahr 2003 für alle OECD-Länder ablaufen lässt, ist schön zu sehen, wie sich die vorlaufenden Konjunkturindikatoren verhalten zur Industrieproduktion und ab 2008 der deutliche Konjunktursturz nach der Finanzkrise sowie die Erholung in 2009/10.
Literaturliste
Die 100 wichtigsten Konjunkturindikatoren – weltweit / Ulrich Kater; Holger Bahr; Karsten Junius; Andreas Scheuerle; Gabriele Widmann.
- (2008) 2., Aufl. – Wiesbaden; 175 S.
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- ([2006]) Sonderausg. – Know-how-Box. – [Düsseldorf]; 175 S.
prüfen & bestellen - Die 100 wichtigsten Konjunkturindikatoren / Ulrich Kater; Holger Bahr; Karsten Junius; Andreas Scheuerle; Gabriele Widmann.
(2006) 1. Aufl. – Wiesbaden; 175 S.
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Helaba Handbuch : Wirtschaftsindikatoren unter der Lupe / [Hrsg.: Landesbank Hessen-Thüringen. Red.: Gertrud R. Traud].
- (2009) Helaba : Volkswirtschaft, Research; 31 S.
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