Der Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fordert in einem Gutachten mit dem Titel
eine stärkere frühkindliche Bildung und längeres gemeinsames Lernen in allgemeinbildenden Schulen.
Ob die Wirtschaftsordnung Marktwirtschaft akzeptiert wird, hängt auch davon ab,
ob es in einem Land faire Bildungschancen gibt, doch genau hier gibt es in Deutschland nach Ansicht des Beirats Mängel, so schreibt er:
“Hinsichtlich der intergenerationalen Mobilität in der Ausnutzung von Bildungschancen zeigt sich, dass Bildungsgrad und Bildungsleistungen in Deutschland stärker von der sozioökonomischen Herkunft abhängen als in den meisten vergleichbaren Ländern.”
Zur Behebung dieser Mißstände empfiehlt der Beirat “Neben einer Stärkung der frühkindlichen Bildung hat sich in
der empirischen Forschung auch ein längeres gemeinsames Lernen als ein wichtiger Bestimmungsfaktor der Abhängigkeit der Bildungsleistungen vom familiären Hintergrund erwiesen … Die im internationalen Vergleich frühe Aufteilung der Kinder auf verschiedene Schularten nach dem vierten Schuljahr, die es so nur noch in Deutschland, Österreich und in Teilen der Schweiz gibt (der Großteil der OECD-Staaten vollzieht eine solche Aufteilung erst im Alter von 15 oder 16 Jahren), dürfte somit ein Grund für die relativ starke Abhängigkeit der Schülerleistungen vom familiären Hintergrund im deutschen Bildungssystem sein”
Die bildungspolitischen Empfehlungen stützen sich im Wesentlichen auf die Forschungsergebnisse von Prof. Ludger Wößmann, der Mitglied des Beirates ist und schon seit Jahren am Ifo Institut für Wirtschaftsforschung zu bildungsökonomischen Themen forscht. Im Gutachten des Beirats werden insbesondere folgende zwei Publikationen von Prof. Wößmann erwähnt:
und
Weitere Publikationen von Prof. Wößmann finden Sie in der Datenbank ECONIS der ZBW.


