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Wir präsentieren hier Literaturlisten und andere Werkzusammenstellungen zu aktuellen Wirtschaftsthemen

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Ökologische Steuerreform – in Zeiten der Finanzkrise?

Vor zehn Jahren wurde in Deutschland im Rahmen des Gesetzes zum Einstieg in die
Ökologische Steuerreform die Ökosteuer eingeführt. Sie entlastet den Faktor Arbeit und belastet den Energieverbrauch. In den Folgejahren wurden Einzelregelungen durchgeführt, und zum 1. Januar 2003 trat das neue Gesetz zur Fortentwicklung der Ökologischen Steuerreform in Kraft, mit dem Ziel, Energieeffizienz und grüne Zukunftstechnologien zu fördern, Lohnnebenkosten zu senken, und Arbeitsplätze zu schaffen. Danach wurde es ruhiger um die Ökologische Finanzreform; trotz positiver Auswirkungen bremsten zum Beispiel die gestiegenen Energiepreise weitere Schritte.
Jetzt, in Zeiten der globalen Finanzkrise taucht das Thema wieder auf der politischen Agenda auf: Umwelt- oder Energieverbrauchssteuern könnten dem Staat neue Einnahmequellen erschließen, der politische Druck, die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, wächst, und innovative Technologien im Bereich der umweltfreundlichen regenerativen Energieversorgung gelten allgemein als Wachstumsmarkt.

Eine Auswahlbibliografie aus unserer Datenbank Econis zum Thema finden Sie hier.

Konjunkturprognosen in der Kritik !

Als der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Prof. Dr. Zimmermann im Frühjahr 2009 für die Konjunkturaussichten 2010 keine Zahlen angeben wollte – wegen der hohen Prognoseunsicherheit, wurde er aus der Ökonomen-Zunft starkt kritisiert.
“Nicht-Volkswirte” halten Wirtschaftsprognosen schon seit langem für blosse “Kaffeesatzleserei”, aber auch in den Wirtschaftswissenschaften selbst gibt es schon seit einiger Zeit eine Diskussion über die Prognosegenauigkeit.
Wir haben Ihnen hier einige Titel aus unserer Datenbank ECONIS zusammengestellt.

Vorbild Ernährermodell! – Die steuerpolitischen Anreizeffekte des deutschen Sozialstaatsmodells

Während die skandinavischen Staaten (sozialdemokratisches Wohlfahrtsstaatsmodell) die Erwerbstätigkeit beider Ehepartner über entsprechende sozial- und steuerpolitische Maßnahmen fördern und damit auch eine Gleichstellung der Geschlechter innerhalb der familiären Reproduktionsarbeit unterstützen, setzt der deutsche Sozialstaat vor allem geschlechterdiskriminierende Anreize im Steuer- und Sozialversicherungssystem. Angelehnt am Ernährer- oder konservativen Wohlfahrtsstaatsmodell kommt es in Deutschland zu einer strikten erwerbsbezogenen und auch familiären Arbeitsteilung, bei der vor allem der Ehemann der Erwerbsarbeit (Vollzeit) nachgeht, während die Ehefrau sich der Familienarbeit widmet und über den Alleinverdiener finanziell abgesichert wird.
Diese Literaturübersicht zeigt einerseits die grundlegenden theoretischen Annahmen des Ernährermodells auf, andererseits wird insbesondere das deutsche Steuersystem und dessen Anreizfunktion thematisiert (u. a. mit dem Ehegattensplitting).

Deindustrialisierung und Strukturwandel in Deutschland

2. aktualisierte Fassung: März 2011 Archiv

Die von Seiten der Politik immer wieder beklagte Deindustrialisierung Deutschlands ist nicht erst seit einigen Jahren zu beobachten. Die Globalisierung setzt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie immer weiter unter Anpassungsdruck und führt zu einem scheinbar unaufhaltsamen industriellen Strukturwandel. Ob am Ende dieser Entwicklung eine ausgeprägte Dienstleistungsgesellschaft mit nur einem recht kleinen industriellen Sektor steht, oder gar eine Reindustrialisierung Deutschlands zu beobachten ist, ist u. a. Gegenstand der folgenden Literaturzusammenstellung.

Verschärfung des EU-Kartellrechts durch Sammelklagen

Die Zeiten für Kartellsünder werden härter, denn EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes will im Kartellrecht Sammelklagen ermöglichen. Ziel ist es, Schadensersatzklagen von Unternehmen und Verbrauchern zu erleichtern, die durch Kartelle oder missbräuchliche Praktiken marktbeherrschender Unternehmen einen Schaden erlitten haben, z.B. durch Preisabsprachen.

Interest Rate Pass-Through – Die Weitergabe von Leitzinserhöhungen und -senkungen durch die Kreditinstitute

Durch die globale Finanzmarktkrise wurden in letzter Zeit, zur Vorbeugung von Liquiditätskrisen („Kreditklemme“), die Leitzinsen von den Zentralbanken auf historische Tiefstände gesenkt. Durch diese Maßnahme sollen sich Banken leichter am Geldmarkt refinanzieren können und eine Ausweitung der Finanzmarktkrise zu einer lang anhaltenden Rezession so vermieden werden. Entscheidend für diese geldpolitische Gegenmaßnahme ist die Geschwindigkeit, mit der die Kreditinstitute den Geldmarktimpuls der Zentralbanken an ihre Kunden durch Zinssenkungen weitergeben (= Interest Rate Pass-Through).
Neben dem Euroraum werden in dieser Literaturübersicht auch weitere internationale Fallstudien aufgelistet.

Weltwirtschaftskrise – Vergangenheit und Gegenwart

Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Weltwirtschaftsleistung infolge der Finanzmarktkrise zurückgehen (Weltrezession). Ausgehend von der Subprime-Krise in den USA im Jahre 2007 hat sich die lokale Krise über Spillover-Effekte im Jahre 2009 global ausgebreitet und alle Staaten fest im Griff. Es werden Stimmen laut, die vor einer neuen Weltwirtschaftskrise warnen.
Neben der Darstellung der Entstehungsgründe der aktuellen (zweiten) Weltwirtschaftskrise (Markt- oder Politikversagen?, Globalisierungskrise), widmet sich diese Literaturübersicht auch deren Folgen, sowohl ökonomisch (Konjunkturentwicklung) als auch ordnungspolitisch (Reform der internationalen Finanzmarktarchitektur!?). Weiterhin wird die (erste) Weltwirtschaftskrise von 1929-1932 als Beispiel für historische Ursachenforschung und wirtschaftspolitische Steuerungsversuche in einer internationalen Krise thematisiert.

Rentengarantie für die Gesetzliche Rentenversicherung – Die Nachhaltigkeit der Rentenfinanzierung in Deutschland

Am 06.05.09 verabschiedete das Bundeskabinett ein Gesetzentwurf über eine Schutzklausel für die Gesetzliche Rentenversicherung. Diese beinhaltet ein Schutz der gegenwärtig 20 Millionen RentnerInnen gegen Rentenkürzungen bei fallendem Lohnniveau und ist ein weiteres Beispiel für die Aufweichung (vgl. Nachhaltigkeitsfaktor) von dem seit 1957 bestehenden Grundprinzip der dynamischen Renten, welches das Leistungsniveau an das allgemeine Lohnniveau koppelt.
Diese Literaturübersicht gibt einen Überblick über die deutschen Rentenpolitik in den letzten Jahren (2005-2009) unter dem Gesichtspunkt der finanziellen Nachhaltigkeit.

„Aufbau Ost“ – Ursachen und Auswirkungen der anhaltenden Stagnation des Aufholprozesses der Neuen Bundesländer

Trotz massiver öffentlicher Transferzahlungen (Solidarpaktmittel) in die Neuen Bundesländer ist der wirtschaftliche Aufholprozess Ostdeutschlands seit 1996/1997 zum Stillstand gekommen (vgl. H. Schmidt 2004, s. u.). Dabei erweist sich die Arbeitsproduktivität in den fünf Ländern trotz zunehmenden Einsatzes innovativer Technologien immer noch als Konvergenz- bzw. Wachstumsbremse (Busch 2007, s. u.).
Diese Literaturübersicht thematisiert den „ Mezzogiorno-Fall“ (Heilemann 2005) Ostdeutschland, indem einerseits die Ursachen für die wirtschaftliche Stagnation bei gleichzeitigen strukturellen Fortschritten dargestellt werden und andererseits auch die Perspektiven für die zukünftige Entwicklung aufgezeigt werden (Auseinanderdriften ja oder nein?).

Globalisierung und Wirtschaftskriminalität: Nimmt die Korruption in Deutschland zu?

Nehmen durch die Globalisierung die Wirtschaftskriminalität und damit die Korruption in Deutschland zu?  Dieser Frage widmet sich eine Vortragsveranstaltung mit Podiumsdiskussion am Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel.
Diese Literaturübersicht thematisiert neben dem Einfluss von Korruption in Deutschland auch verwandte Themenbereiche, wie Fragen der Unternehmensethik, der Normbefolgung oder auch Problemlagen beim so genannten Whistleblowing. Als Anreicherung der Thematik werden zudem Fallbeispiele für korruptes Verhalten, die in der jüngsten Vergangenheit in der Wirtschaft stattgefunden haben, aufgeführt (Siemens, Deutsche Bahn).